Wasser

 

 

Wasser ist Leben. Verschwenden wir es nicht.

„Auch Quellen und Brunnen versiegen, wenn man zu oft und zu viel aus ihnen schöpft.“        Demosthenes, griech. Redner
  

 
 

  
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Regenwassernutzung

Das Konzept ist nicht neu
Die Idee, Regenwasser in Reservoirs zu sammeln und in Trockenperioden zu verwenden, ist so alt wie die menschliche Kultur. So findet man beispielsweise Hinweise auf Zisternen bereits im alten Testament. Bis heute werden in niederschlagsarmen Ländern Regenwasserspeicher angelegt, um eine Pufferwirkung zwischen Regen- und Trockenperioden zu erzielen. Auch findet man häufig auf Inseln Regenwasserspeicher zur Deckung des Süßwasserbedarfs.

Bild123

Trinkwasser sparen
Trinkwasser durch Regenwasser zu ersetzen ist bei uns überall dort möglich (erlaubt), wo für das verwendete Wasser keine Trinkwasserqualität erforderlich ist. So lässt sich Regenwasser hervorragend für die Toilettenspülung verwenden –das Wasser dient hier ja ausschließlich dem Abtransport der Fäkalien. Eine weitere Einsatzmöglichkeit besteht beim Waschen der Wäsche - durch den Einsatz des weichen Regenwassers bleibt die Waschmaschine von Kalkablagerungen verschont und der Waschmittelverbrauch fällt wesentlich geringer aus. Klarerweise ist es auch sinnvoller den Garten mit Regenwasser zu gießen – das Wasser wird von den Pflanzen ohnehin besser „vertragen“.

Diagramm2Durch die Verwendung von Regenwasser können 50% des Trinkwasserbedarfs eingespart werden

Das Prinzip moderner Regenwassernutzung
Das vom Dach abfließende Niederschlagswasser wird über einen Filter in den Speicher geleitet. Unterschiedliche Ausführungen des Speichers erlauben, je nach Platzverhältnis, einen Einbau sowohl innerhalb wie auch außerhalb des Hauses. Durch eine beruhigte Zuführung des Regenwassers können sich Schmutzstoffe am Boden des Speichers ablagern, was zu einer Qualitätsverbesserung des Wassers führt. Um bei vollem Speicher ein Überlaufen zu vermeiden, muss ein Anschluss zum Kanal oder besser, zur Versickerungsmulde eingebaut werden.
Das im Speicher gesammelte Wasser wird oberhalb der Sedimentationszone und unterhalb der Wasseroberfläche mittels Saugpumpe zu den einzelnen Verbrauchsstellen gefördert. Durch eine automatische Füllstandserfassung und Nachspeisung wird die Versorgung bei leerem Speicher durch die Einspeisung von Trinkwasser sichergestellt. Dabei wird nur soviel Trinkwasser zugeführt, wie auch benötigt wird.

Für die Regenwassernutzung im Haus werden von verschiedenen Anbietern entsprechend konzipierte Anlagen angeboten. Dabei liegen die Kosten einer Regenwassernutzungsanlage für einen Vier-Personen-Haushalt bei etwa 3500 - 4000 EURO.

Saurer Regen – kein Problem
Organische Säurebildner wie Stick- und Schwefeldioxide, die aus Verbrennungsprozessen in die Atmosphäre gelangen, verursachen den so genannten „Sauren Regen“.
Allerdings ist beim Abfließen des sauren Niederschlagswassers vom Dach eine Verschiebung der pH-Werte hin zum neutralen bis oft sogar leicht basischen Bereich festzustellen.
Ursache hierfür sind die meist basischen Dachdeckungen, wie Ziegel, Schiefer oder Beton. Das Dachablaufwasser, das im Tank ankommt, hat also schon nicht mehr den gleichen Säuregrad wie das Regenwasser vor dem Auftreffen auf das Dach.

Regenwasser - weiches Wasser
Kalzium- und Magnesiumverbindungen sind für den Härtegrad des Wassers verantwortlich. Während sie im Grund- und Quellwasser je nach dessen Herkunft teilweise in beachtlichen Konzentrationen vorkommen, enthält Regenwasser nur sehr geringe Mengen dieser Stoffe. Deshalb können bei der Verwendung von Regenwasser keine Kalkablagerungen entstehen. Geräte verkalken nicht und im WC bildet sich kein Urinstein. Für den Waschmitteleinsatz ist die Verwendung von Wasserenthärtern überflüssig.

Qualität des Regenwassers
Regenwasser wird in vielen Regionen der Erde unaufbereitet oder aufbereitet als Trinkwasser verwendet auch wenn dieses Wasser mitunter mehr Keime aufweist als „unser“ Trinkwasser. Dass im Regenwasser höhere Keimzahlen als im sehr keimarmen Trinkwasser zu finden sind, ist auf Grund des Ablaufes über Dach, Regenrinne etc. zu erwarten. Ein daraus ableitbares Gesundheitsrisiko ergibt sich dadurch wohl kaum

Regenwasser ...
... lässt sich längere Zeit ohne Qualitätseinbußen im Speicher aufheben,
... ist bei der Entnahme frei von Feststoffen,
... entspricht der EG-Richtlinie über die Qualität der Badegewässer
(dabei geht die Badewässer-Richtlinie davon aus, dass unterhalb der festgelegten Richtwerte kein Gesundheitsrisiko besteht, obwohl beim Baden ein Ganzkörperkontakt mit dem Wasser erfolgt und sogar gelegentlich versehentliches Verschlucken das Wassers vorkommen kann)

Folgende Faktoren beeinflussen die Wasserqualität:
• geeignete Dachflächen ohne besondere Belastung (z.B. durch Tauben)
• Filtersystem [siehe Abbildung] zwischen Auffangfläche und Regenwasserspeicher
• Sedimentation im Speicher durch beruhigten Zulauf
• Schutz gegen Lichteintritt in den Regenwasserspeicher
• Schutz des Regenwasserspeichers vor Kanalgasen
• Schutz des Speicherüberlaufes gegen Ungeziefer und Rückfluss aus der Kanalisation
• Entnahme des Regenwasser oberhalb der Sohle des Regenwasserspeichers
• Regelmäßige Inspektion und Wartung der Regenwassernutzungsanlage

Tankeinbaufilter mit SiphonZur Reinigung des Regenwassers werden verschiedene Filtersysteme angeboten.

Bild: Tankeinbaufilter inkl. Siphon

 

 

Folgende Dachflächen sind zum Sammeln von Regenwasser nicht/weniger geeignet:
• Asbestzementdächer
• Grasdächer
• Bitumendächer
• Metalldächer
• Stark verschmutzte Dächer (zB Taubenschlag)
• Staubbelastete Flächen (zB an Hauptverkehrsstraßen)
• Verkehrsflächen, befahrene Hofflächen
Diagramm 2

Nutzen für den Verbraucher
• Geringerer Waschmittelverbrauch
• Geringerer Trinkwasserverbrauch
• Geringere Kanalgebühren, wenn sich
   diese aus dem Wasserverbrauch
   errechnen
• Unabhängigkeit vom Wasserpreis
• Längere Haltbarkeit von
   Waschmaschinen

Nutzen für die öffentliche Hand
• Durch die Entlastung der
   Trinkwasservorkommen werden
   die notwendigen Investitionen in
   die Trinkwasserversorgung und
   die Erschließung neuer
   Grundwasservorkommen verringert.
• Durch das Auffangen von
   Niederschlagswasser in den
   Regenwasserspeichern wird die
   Kanalisation entlastet, weil bei Mischkanalsystemen weniger Fremdwasser in die Kläranlage
   eingebracht wird. Dadurch sind geringere Dimensionierungen von Rückhalte- und
   Ausgleichsbecken möglich.

Diese Vorteile stellen einen erheblichen Einsparungsfaktor für Gemeinden und Länder dar, der an die Errichter von Regenwassersammelanlagen in Form von Förderungen für die Errichtung solcher Anlagen weitergegeben werden soll(te).