Wasser

 

 

Wasser ist Leben. Verschwenden wir es nicht.

„Die Erde ist ein gebildeter Stern mit sehr viel Wasserspülung.“        Erich Kästner, dt. Schriftsteller
  

 
 

  
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Tipps & Tricks

Im Folgenden finden Sie einige Punkte, die Ihnen bei der Planung und Errichtung von Regenwasser-Nutzungsanlagen helfen sollen.

1. Rahmenbedingungen abklären
2. Ermittlung der Tankgröße
3. Errichtung einer Regenwasser-Nutzungsanlage
4. Betrieb & Wartung von Regenwasser-Nutzungsanlagen

1. Rahmenbedingungen abklären

Angaben zum Haus:
Neubau (vor Baubeginn) oder vorhandenes Objekt?
Wieviel m² überdachte Fläche können an die Regenwasseranlage angeschlossen werden?
Welcher Dachbelag ist vorgesehen oder vorhanden?
gebrannte glasierte Ziegel, gebrannte Ziegel, Flachdach mit Beton, Flachdach mit Kiesschüttung, Schieferdach, Gründach
Wieviele Fallrohre werden an die Anlage angeschlossen?

Angaben zum Erdtank:
Muss der Tank befahrbar sein? Nein, ja: mit PKW, mit LKW

Welche Beschaffenheit hat der Boden?
normaler Boden, Lehmboden, felsiger Boden, Sand, unbekannt

Wo wird der Überlauf der Zisterne angeschlossen?
Versickerung, Regenwasserkanal, Abwasserkanal

Wie weit soll der Tank vom Montageort der Regenwasseranlage im Haus entfernt sein?

Wie groß ist der Höhenunterschied zwischen Pumpe und Tankboden?

Angaben zum Personenhaushalt:
Wieviel Personen wohnen im Haus?

Was soll genutzt werden?
Toilette mit Druckspüler, Toilette mit Spülkasten, Waschmaschine,
Nutzgarten (___m²), Ziergarten / Rasenfläche (___m²)

 

2. Ermittlung der Tankgröße


Den schnellen Überblick zur Ermittlung der Tankgröße gewährleistet eine Faustregel, genauer ist da schon die Tabelle (für Ziegel- und Betonsteindächer). Für andere Dacheindeckungen werden die Werte wie folgt ermittelt:

 

 

Tankvolumen in m³
Regenwasserertrag

Beispiel:
Regenwasserertrag: Speichervolumen in m³:
Tankvolumen
Empfehlung

= 0,05 x jährlicher Regenwasserertrag
= Dachfläche x jährlicher Niederschlag(1) x Abflußbeiwert(2)


150 m² x 0,8 m³/m³ x 0,6 = ca. 72 m³
0,05 x 72 m³ = 3,6 m³
Speichervolumen + 500 l Mindestbevorratung
Erdtank 4000 l

 

(1) jährlicher Niederschlag: lt. Niederschlagskarte oder Wetterdienst
(2) Abflussbeiwert: Anteil an den Gesamtniederschlägen, der tatsächlich vom Dach abläuft (Rest = Verdunstung): 0,8 für Ziegel, Schiefer etc., 0,6 für Kiesdächer, 0,4 für Grasdächer

Faustregel für Eilige zur Bestimmung der Anlagengröße:
• Pro Person und Jahr sollte mindestens 1 m³ Regenwassertank zur Verfügung stehen.
• Pro m³ Tankinhalt werden 25 m² überdachte Fläche benötigt.

Möglicher Regenwasserertrag in m³

 

Erdtank 4000 l

Erdtank 6000 l

2 x Erdtank 4000 l

2 x Erdtank 6000 l

m² Dach-
projektions-
fläche1

80

38,4

44,8

64,0

76,8

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

90

43,3

50,4

72,0

86,4

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

100

48,0

56,0

80,0

 

 

 

 

96,0

 

 

 

 

 

 

 

 

110

52,8

61,6

88,0

 

   

 

 

105,6

 

 

 

 

 

 

 

 

120

57,6

67,2

 

 

 

 

96,0

115,2

 

 

 

 

 

 

 

 

130

62,4

72,8

 

 

 

 

104,0

124,8

 

 

 

 

 

 

 

 

140

67,2

78,4

 

 

 

 

112,0

 

 

 

 

134,4

 

 

 

 

150

72,0

84,0

 

 

 

 

120,0

 

 

 

 

144,0

 

 

 

 

160

76,8

89,6

 

 

 

 

128,0

 

 

 

 

153,6

 

 

 

 

170

81,6

 

 

 

 

95,2

 

 

 

 

136,0

163,2

 

 

 

 

180

86,4

 

 

 

 

100,8

 

 

 

 

144,0

172,8

 

 

 

 

190

91,2

 

 

 

 

106,4

 

 

 

 

152,0

182,4

 

 

 

 

200

 

 

 

 

96,0

112,0

 

 

 

 

160,0

 

 

 

 

192,0

210

 

 

 

 

100,8

117,6

 

 

 

 

168,0

 

 

 

 

201,6

220

 

 

 

 

105,6

123,2

 

 

 

 

176,0

 

 

 

 

211,2

230

 

 

 

 

110,4

128,8

 

 

 

 

184,0

 

 

 

 

220,8

240

 

 

 

 

115,2

 

 

 

 

134,4

 

 

 

 

192,0

230,4

250

 

 

 

 

120,0

 

 

 

 

140,0

 

 

 

 

200,0

240,0

260

 

 

 

 

124,8

 

 

 

 

145,6

 

 

 

 

208,0

249,6

270

 

 

 

 

129,6

 

 

 

 

151,2

 

 

 

 

216,0

259,2

300

 

 

 

 

 

 

 

 

144,0

168,0

 

 

 

 

240,0

288,0

Mittlere jährliche Niederschläge in mm
1< 600
2 600 -800
3 800 - 1200
4 >1200
(1) in Ziegel- oder Betonsteinausführung Dachprojektionsfläche = etwa die Grundfläche des Hauses.

3. Errichtung einer Regenwasser-Nutzungsanlage

• Auf Frostsicherheit der Versorgungsleitung vom Tank zum Haus achten. (mind. 80 cm)
• Die Versorgungsleitung (KG-Rohr DN 100) ist vom Tank zum Haus stetig ansteigend
   zu verlegen (1% Steigung)
• Die Wanddurchführung für Versorgungsleitungen im Haus sollte mit einem
   Durchführungsverschluss abgedichtet werden.
• Regenwasserleitungen dürfen weder vor noch hinter Tank- oder Filtereinheiten in
   ihrem Querschnitt reduziert werden. (DIN 1986)
• Jeder Wasserzulauf in den Tank muss beruhigt erfolgen. Nur so kann ein Aufwirbeln
   des Sediments vom Tankboden verhindert werden.
• Der Überlauf muss mit einer absaugenden Wirkung als Siphon im Tank installiert werden.
   Die dient als Geruchsverschluss und zum Schwimmdeckenabzug.
• Die Saugleitung sollte in jedem Fall schwimmend montiert werden.
   Unterwasserdruckpumpen hängend montieren oder einen Ansaugtopf verwenden
   um das Absaugen von Bodensedimenten zu verhindern.
Schwimmender Ansaugfilter

Schwimmender Ansaugfilter
mit Rückflußverhinderer für Regenwasserentnahmekurz unterhalb der Wasseroberfläche, wo das Regenwasser amsaubersten ist.

 

 

 

• Die Trinkwassereinspeisung kann über ein Einspeisemodul, muss
   jedoch in jedem Fall über einen "Freien Auslauf" lt. DIN 1988,
   Teil 4 erfolgen. Dieser muss oberhalb der Rückstauebene,
   gemeint ist die Gehsteigkante der nächsten Straße,
   installiert werden.Freie Trinkwasser-Einspeisung

 

Freie Trinkwasser-Einspeisung

• Bei der Regenwassernutzung sollte mit Kunststoffleitungen
   gearbeitet werden, da diese im Verhältnis zu anderen
   Materialien dauerhafte Funktionssicherheit und beste
   Wasserqualität gewährleisten.
• Feinfilter im Haus haben hinsichtlich Bakterienbildung eine
   negative Wirkung auf die Qualität des Regenwassers. Von
   ihrem Einsatz wird dringend abgeraten. Gute Anlagen filtern
   das Regenwasser vor oder im Tank.
• Die Druckregelung der Pumpe sollte über Schaltautomaten
   erfolgen. Auf den Einsatz von Membran-
   Ausdehnungsgefäßen sollte man verzichten.
   (Verkeimungsgefahr und wartungsintensiv)
• Alle Rohrleitungen und Entnahmestellen sind mit
   dem Hinweis "REGENWASSER" oder
   "KEIN TRINKWASSER" kenntlich zu machen.
   (DIN 1988, 1989) [regen4.jpg]
• Querverbindungen zwischen Trinkwasser und
   Regenwasserleitungen sind verboten.

 

 

Einbauanleitung für Erdtanks aus Kunststoff

1• Bei der Anlegung der Grube auf Sicherheit achten
   (DIN 4124).
• Die Grube für den Erdtank sollte nicht in einer
   Geländemulde angelegt werden.
• Beim Einbau der Behälter in hochwasser- und
   staunässegefährdeten Gebieten und Gebieten
   mit hohem Grundwasserstand muss eine 1,1-fache
   Sicherheit gegen das Aufschwimmen und
   Verformen der leeren Behälter gewährleistet
   sein. (z.B. Betonummantelung mit
   Eisenarmierung).
• Beim Einbau eines Erdtanks in ein Gelände mit
   Hanglage ist darauf zu achten, dass der seitlich
   schiebende Erddruck bei nicht gewachsenem
   Boden durch eine entsprechend ausgelegte
   Stützmauer abgefangen wird.
2• Die Behälterumgebung soll sickerfähig sein.
• Der Erdtank ist in die Grube einzulassen, auf
   dem ca. 15 cm Sandbett (plan und steinfrei)
   auszurichten und mit Wasser zu füllen - ca. 30 cm
   Wasserstand im Tank. Danach ist die Grube bis
   zum Wasserspiegel ca. 30 cm mit Rundkornkies
   (4/16) zu verfüllen und von Hand zu verdichten.
   Diesen Vorgang (ca. 30 cm Wasserstand
   nachfüllen und dann die Grube wieder mit 30 cm
   Rundkornkies verfüllen und von Hand verdichten)
   so oft wiederholen, bis der Tank bedeckt ist. Es
   muss darauf geachtet werden, dass der Tank
   von allen Seiten gleichmäßig eingebettet wird.
• Nachdem der Tank mit Wasser voll gefüllt wurde,
   wird die Auffüllung der Baugrube vorgenommen.
   Dafür wird Boden vom Grubenaushub (steinfrei in
   Tankwandnähe) verwendet und bis 30 cm unter
   Erdoberfläche verdichtet. Das Verdichten erfolgt
   von Hand.
3• Anschlüsse sind steckfertig vorbereitet für
   KG-Rohr DN 100. Über den Tankdom wird der
   Domschacht gestülpt. Tankbe- und -entlüftung
   ist über den Domschacht und dessen Deckel
   gewährleistet. Der Deckel muss am Domschacht
   mit Schrauben befestigt werden, um Unbefugten
   und Kindern den Zutritt zu erschweren. Bitte
   beachten Sie, dass der Tank begehbar, nicht
   befahrbar ist.
• Um den Tank befahrbar zu machen, ist eine
   Betonummantelung mit Eisenarmierung
   herzustellen. Die Umbauung ist stufenweise
   vorzunehmen. Auf befahrbare Abdeckung
   achten!
• Bei der Verwendung einer Domverlängerung
   und / oder eines Schiebedoms muss die Tiefe
   der Grube entsprechend verändert werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4. Betrieb & Wartung von
Regenwasser-Nutzungsanlagen

Durch qualifizierte und regelmäßige Kontrolle und Wartung wird die Sicherheit und der dauerhafte Betrieb einer Regenwasser-Nutzungsanlage gewährleistet.

Folgende Komponenten einer Regenwasser-Nutzungsanlage unterliegen Kontrolle und Wartung:

1 mal jährlich:
• Funktion, insbesondere Gefälle und Zustand der Dachrinnen, der Fallleitungen und
   deren korrekter Anschluss an Rinne und Filter
• Geruch und optische Beschaffenheit des Regenwassers im Speicher
• Dichtheit des Speichers, seiner Anschlüsse und der Abdeckung
• Funktion der Druckerhöhungsanlage sowie Zustand der Elektroinstallation
• Zustand der Regenwasser-Verteilleitungen
• Dichtheit und Sicherung der Entnahmestellen
• Kennzeichnung der Regenwasser-Verteilleitungen und Entnahmestellen

alle 5 bis 10 Jahre:
• Reinigung des Speichers

nach Herstellerangaben:
• Zustand und Funktion des Filters